Presse

 
Montag. 23. Oktober 2017

Die Metall- und Elektroindustrie befürchtet schwerwiegende Auseinandersetzungen

ME Saar befürchtet ab Januar einen heftigen Arbeitskampf.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar) Joachim Malter sagt: "Es ist 5 Minuten vor 12!!!  Morgen will die IG Metall ihren regionalen Forderungsbeschluss aufstellen. Wenn sie das wahr macht, was wir in anderen Gebieten schon vernommen haben, werden wir ab Januar eine der heftigsten Tarifauseinandersetzungen erleben, die es in den letzten 40 Jahren gab.

Die Unternehmen werden es auf gar keinen Fall hinnehmen, dass die Arbeitszeit des einen Teils der Belegschaften bei Lohnausgleich um bis zu sieben Stunden pro Woche verkürzt werden kann und dass der andere Teil das dann auch noch finanzieren soll."

Malter weiter: "Ich frage mich, wo der Protest derjenigen Beschäftigten gegen die IG Metall bleibt, die nicht begünstigt werden sollen. Die Forderung bedeutet, dass die bevorteilten Beschäftigten zusätzlich zu ihren 30 Urlaubstagen weitere 46 Tage bezahlte Freizeit fordern können. Ein solches Angebot wird sich kaum einer entgehen lassen. Das bedeutet dann, dass wir eine massive Kürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich erleben werden. Das in einer Zeit, in der die Firmen kaum noch Fachkräfte finden und vor einer dramatischen demografischen Entwicklung stehen, vor allem im Saarland. Wir werden schon in 15 Jahren ca. 20 % weniger Erwerbstätige haben. Wenn der Rest in der Industrie dann jede Woche noch einen Tag bezahlt frei machen kann, frage ich mich, wie das organisiert werden soll und wer dann noch die Betriebe am Laufen hält."

Die Folge wird sein, so Malter, dass die Industrieunternehmen ihre Strategien nachhaltig verändern werden. Wo man jetzt noch plant, wie man mit Digitalisierung und Elektrifizierung neue Produkte und Märkte erschließt, wird man - so fürchte ich - nach einer solchen Tarifentwicklung eher überlegen, wie man die Arbeit dorthin verlegt, wo die Menschen noch produktiv sind.

Wenn man die Arbeitsplätze hier halten will, gibt es, so Malter, nur einen höchst unerfreulichen Weg: "Wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit gegen diese Vorstellung vom "Schlaraffenland" verteidigen. Wir werden zur Not einen dramatischen Arbeitskampf riskieren, denn wenn wir bei dieser Forderung einknicken, legen wir die Axt an unsere Zukunft."

Rückfragen bitte an:
Joachim Malter
Hauptgeschäftsführer
Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e.V.
Harthweg 15
66119 Saarbrücken
T 0681 9 54 34-22
Mail: maltermesaar.de